Kursfahrt ins Allgäu

geschrieben am: 29.10.2010 06:39

Geografie LK 13 / Biologie LK 13

„Wir fahren ins Allgäu!“ Als uns diese Entscheidung mitgeteilt wurde, waren wir zugegebenermaßen ein wenig enttäuscht. In Anbetracht der Tatsache, dass die anderen Kurse ihre Abschlussfahrten in London oder Athen verbringen würden,  erschien uns das Allgäu doch eher unattraktiv. Weltmetropolen, die wohl jeder in seinem Leben einmal bereist haben sollte versus Allgäu „Kühe melken“ und unendliche Bergwiesen.

Dennoch machten wir Allgäuer; der Deutsch Leistungskurs von Frau Pietzner, der Biologie Leistungskurs von Frau Pitman und der Geographie Leistungskurs von Herrn Jagst; uns am frühen Morgen des 13.09.2010 mit etwas Verspätung auf den langen Weg ganz in den Süden von Deutschland.

Die ersten Probleme gab es allerdings schon vor der Abfahrt, da einige Kursteilnehmer Koffer und Taschen in Dimensionen gepackt hatten, die vermuten ließen, man wolle 5 Wochen statt 5 Tagen bleiben. Demnach ergab sich die Unmöglichkeit, alles Gepäck in dem dafür vorgesehen Raum im unteren Teil des Busses zu verstauen und so bekamen einige Koffer Einzelplätze im Innern. So nun konnte es aber losgehen! 10 Stunden Fahrt lagen vor uns, die erneute Schwierigkeiten mit sich brachten. Besonders diejenigen, die mit längeren Beinen gesegnet waren, hatten ernsthafte Probleme, diese in den engen Sitzreihen zu verstauen und zusätzlich sagte der Wetterbericht für die kommende Woche fast täglich Regen an. „Tolle Kursfahrt!“, dachten wohl einige und beneideten in Gedanken die Athener, die sich im warmen Griechenland die Sonne auf den Bauch scheinen ließen.

Doch alle Kritiker sollten bald eines Besseren belehrt werden! Denn in Wirklichkeit hatten wohl WIR die beste Kursfahrt des Jahrgangs!  

Schon kurz vor der Einfahrt in das Feriendorf zeigte sich das Allgäu in seiner ganzen Schönheit, und auch die Bungalows, die schnell verteilt waren, trafen auf Begeisterung.

Als letzter Punkt stand an diesem Tag das gemeinsame Abendessen im Restaurant auf dem Plan, bevor (auf jeden Fall einige) erschöpft und müde ins Bett fielen.

Dichter Nebel begrüßte uns am nächsten Morgen, der allerdings schnell von den ersten Sonnenstrahlen durchbrochen wurde, und die Umgebung in einem wundervollen Licht erstrahlen ließ. Gute Laune machte sich breit! Nachdem jeder Bungalow für sich gefrühstückt hatte, schließlich hatten wir uns selbst zu versorgen, stiegen wir alle in den Bus und erlebten mit dem Schloss Neuschwanstein das erste Highlight der Kursfahrt. Strammen Schrittes ging es für die meisten zu Fuß hoch zum Schloss. Die Lauflahmen durften mit Frau Pietzner in der Pferdekutsche mitfahren. Es folgte eine kurze Führung durch das Schloss und das selbstständige Erkunden der Marienbrücke, die mit ihrer enormen Höhe so einigen die Knie zittern ließ. Abwärts wiederholte sich das Prozedere: die Sportlichen zu Fuß, die anderen per Mitfahrgelegenheit. Am nächsten Morgen spürten die Wanderer auch eindeutig, was sie da am Vortag geleistet hatten: der Muskelkater in Po und Beinen war in aller Munde. Doch einen Wanderer vermissten wir an diesem Tag ganz besonders! Herr Jagst war fiebrig und krank im Feriendorf geblieben, dabei war er es gewesen, der sich am meisten auf das Wandern gefreut hatte! Zusätzlich muss an dieser Stelle noch einmal an Herrn Jagst‘ Belehrung vor der Kursfahrt erinnert werden: „Und auch wenn ihr krank seid; ihr müsst immer mitkommen. Ihr könnt nicht einfach im Feriendorf bleiben!“. Natürlich konnte er sich am nächsten Morgen nicht im Geringsten daran erinnern, diese Worte jemals kundgetan zu haben. J Er nannte es nur selbst den „Bumerang- Effekt“.

Um die Umgebung noch ein bisschen näher kennenzulernen, hatten wir nach Neuschwanstein noch einige Stunden Freizeit in Füssen, um uns ein bisschen zu kräftigen oder schöne Dinge zu erwerben, bevor es zurück ins Feriendorf ging. Dort angekommen hatten wir die Wahl am Abend noch mit zum Kegeln zu fahren, oder in den Bungalows zu bleiben. Für etwa die Hälfte der Allgäuer ging es in eine Gaststätte mit Kegelbahn im Keller. Es wurde ein äußerst lustiger Abend mit Schnitzelessen und Teamzusammenhalt!   

Der Mittwoch begann wieder einmal mit einer Busfahrt. Diesmal ins 1,5 Stunden entfernte München, wo uns schon ein Stadtführer erwartete. Herr Angstwurm (das war tatsächlich sein Name!) zeigte uns München auf eine einmalige Art und Weise! Ich denke, ich kann getrost für alle Kursteilnehmer sprechen: so eine coole und zwanglose Stadtführung hatte noch niemand von uns zuvor erlebt! Statt endlosen Vorträgen bekamen wir Münchens Geschichte in nur einer Ampelphase! Trotzdem zeigte uns Herr Angstwurm alle wichtigen Sehenswürdigkeiten von Bayerns Hauptstadt und gab uns zusätzlich viele tolle Tipps zum Einkaufen, Essen oder für das Leben in der Stadt. Es mag wohl auf den ersten Blick so erscheinen, als wäre die Führung oberflächlich gewesen, doch ein „Wissens- und Geschichtstest“ am Ende zeigte, dass wir uns eine Menge gemerkt hatten. Mit Sicherheit mehr, als bei jeder anderen Führung! Fazit: Geschichte und Architektur können richtig Spaß machen! Vielen herzlichen Dank an unseren tollen Stadtführer!

Nach dieser erfrischenden Erfahrung ging’s ins Deutsche Museum. Dort erfolgte ein geführter  Rundgang durch einige Teilbereiche des Museums. Leider war die Führung sehr technik- und physiklastig, was dem Großteil nicht besonders gut gefiel. Schade eigentlich, denn ich denke, das Museum hätte für jeden etwas Passendes geboten.

Um München nun noch auf eigene Faust erkunden zu können, bekamen wir 2 Stunden Zeit, in denen die meisten auch etwas in der Stadt aßen. Danach ging es zurück zum Feriendorf, wo wir erst ziemlich spät erschöpft wieder ankamen.

Der letzte Tag vor der Abreise stand ganz im Zeichen, ein feuchtfröhlicher zu werden und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Der Tag begann mit Rafting,  bei dem uns Micha und Georg, mit denen wir auch den Hüttenabend verbringen würden, begleiteten. Je nach Boot wurde man mehr oder weniger nass. Leider war es relativ kalt und regnete zwischenzeitlich auch. Bei schönerem Wetter hätten wir wahrscheinlich noch mehr Spaß gehabt. Doch in manchen Booten ging richtig die Post ab! Mit Gesang ging das Paddeln gleich viel leichter und die Landschaft erinnerte an Schweden und verwunschene Trollwälder. Unglücklicherweise waren viele doch recht nass geworden und so ging es schnell zurück ins Feriendorf, wo die meisten eine heiße Dusche und ein Nickerchen im warmen Bett genossen. Am Nachmittag ging es in eine Bierbrauerei in Nesselwang. Wo wir schon einmal in der Heimat des Bieres waren, wollten wir natürlich auch hinter die Kulissen schauen. Leider waren die Erklärungen der Braumeisterin äußerst dürftig und zu sehen gab’s auch fast nichts außer ein paar großen geschlossenen Metallfässern. Aus der Broschüre, die wir am Ende bekamen, ließen sich weit mehr interessante Tatsachen erfahren. Von der Führung waren wir enttäuscht! Die Bierverkostung machte dann auch nur bei den meisten Jungs etwas gut, wir Mädels waren größtenteils nicht so begeistert.

Nun ja, der eigentliche Höhepunkt der Kursfahrt sollte ja auch erst noch kommen! Den Abschluss der Fahrt bildete der Hüttenabend bei Micha und Georg. Die Zwillinge betreiben zusammen mit ihrer Mutter den sehr urigen Kohlerhof in Prem-Gründl. Obwohl die Mutter an diesem Abend ihren 60ten Geburtstag feierte, ließ sie es sich nicht nehmen, diesen zusammen mit uns zu verbringen. Und dann das Essen! Göttlich!!! Es war einfach unfassbar lecker! Nach dem Essen ging die „Sause“ dann aber erst richtig los! Hätte irgendjemand vorher gedacht, dass mit Akkordeon und Waschbrett eine solche Stimmung aufkommen kann!? Und das mit Jugendlichen unseres Alters! Es wurde getanzt und gelacht und es war ein Wahnsinnsspaß! Einzigartig war auch der Verdauungsschnaps, der auf alten Skiern serviert wurde! Man kann es sich nicht vorstellen, man muss einfach dabei gewesen sein! Zum Dank bekam das Geburtstagskind dann noch ein Gedicht von Frau Pietzner und ein großes Geburtstagslied-Singen in Deutsch, Englisch und Latein! Dieser Abend war unvergesslich und leider unser letzter in Lechbruck am See. Am nächsten Morgen hieß es wieder ab in den Bus und zurück nach Hause.

Das Gesamtfazit der Kursfahrt kann mit „sehr gut“ gegeben werden. Es gab einige kleinere Punkte, die uns nicht so gut gefallen haben, aber die Highlights machten so einiges wieder gut! Wir können diese Reise nur weiterempfehlen und hoffen, dass noch viele weitere Kurse so viel Spaß bei ihrer Abschlussfahrt haben- und das im Allgäu- und nicht in Weltmetropolen! 

Joy V.

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